Projekte in Taiwan
Huei-Ming-Blindenschule in Taichung
Die lange Zeit von der HBM geförderte Huei-Ming-Blindenschule samt Internat in der Nähe der taiwanesischen Stadt Taichung hat sich durch die Hilfe der HBM zu einer der renommiertesten Blindenschulen in Südostasien entwickelt. Sie hat einen so guten Namen, dass sie von vielen Seiten – nicht zuletzt aus der Wirtschaft – intensiv und nachhaltig gefördert wird. Somit ist sie finanziell von der HBM unabhängig geworden. Die HBM ist dort auf vielfache Weise immer noch gegenwärtig. Bereits der Name der Schule, der in der Landessprache wie „Hildesheim“ klingt und auch das alte Logo der HBM begegnen einem auf Schritt und Tritt.
Die private, staatlich anerkannte Huei-Ming-Blindenschule wird von 46 blinden Schülerinnen und Schülern sowie von 123 mehrfachbehinderten und 67 geistig behinderten Kindern besucht.
Beschäftigt sind 71 Lehrerinnen und Lehrer, 40 Hausmütter sowie 25 Angestellte und Arbeiter. Die Schule besteht aus einer Schule mit Internat (2007 neu gebaut), einem Kindergarten für mehrfach behinderte, teils blinde Vorschulkinder und einem Wohnkomplex mit beschützender Werkstatt für mehrfach behinderte blinde junge Erwachsene.
Im Februar 2009 ist ein großer Neubau für diese im Beisein von Schwester Lilly eineweiht worden. Sie hatte diesen notwendigen Bau konzeptionell noch mit angestoßen, bevor sie im Jahr 2003 in den Ruhestand nach Deutschland zurück kehrte. Sie war für die HBM 39 Jahre dort im Einsatz gewesen. Das neue Haus soll zur Heimat für die aus der Schule hervorgegangenen jungen Erwachsenen werden, die auf Grund ihrer Mehrfachbehinderung nicht allein leben können und weiter auf ständige Betreuung beim Wohnen und Arbeiten angewiesen sind. Das neue Haus hat eine Kapazität von 130 Plätzen. Die geräumigen mit Nasszellen versehenen Ein- und Zweibettzimmer sind jeweils zu Wohngruppen zusammengefasst, die alles bieten, was zum behaglichen Wohnen und zur Freizeitgestaltung, bei der die Musik eine besondere Rolle spielt, benötigt wird. Jede Wohngruppe wird von einer Hausmutter betreut, die darauf achtet, dass die Bewohner bei so viel Hilfe wie nötig so viel Selbständigkeit wie möglich genießen. Angegliedert sind dem Haus beschützende Werkstätten, die Arbeitsplätze und eine geregelte Tagesstruktur bieten.
Die Gesamtleitung der Schule und des Behindertenzentrums liegt in den Händen der chinesischen Direktorin Frau Ruth Chen-Lin, die seit Frühjahr 2008 zugleich Vorsitzende des Schulvorstandes ist. Die chinesische ev.-luth. Theologin Sophia Tung ist für den Heimbereich und die religiöse Betreuung der Schülerinnen und Schüler verantwortlich. Regierung und Gesellschaft in Taiwan unterstützen die Huei-Ming-Blindenschule weitgehend. Durch ihre qualifizierte Arbeit sowie durch die intensive Werbung für den Verkauf der Produkte, die in der Behindertenwerkstatt hergestellt werden, hat die Huei-Ming-Einrichtung einen hohen Bekanntheitsgrad erworben. Guter Kontakt besteht zu deutschen Firmen und Freunden, die in Taiwan tätig sind.
Erfreulicherweise läßt sich sagen, dass die Schule finanziell auf eigenen Füßen steht. 6000 taiwanesische Paten haben Patenschaften in der Huei-Ming-Schule übernommen. Die HBM unterstützt die Schule jedoch weiterhin ideell.



